Project Description

Bockhuf und Sehnenstelzfuß

Eine Verkürzung der tiefen Beugesehne, die am am hinteren, unteren Bereich des Hufbeines inseriert führt dazu, dass das Hufbein in seiner Stellung verändert wird. Die Spitze wird nach unten, hinten bewegt.

Auf dem Röntgenbild ist zu erkennen, dass so die Achse zwischen Fessel-, Kron- und Hufbein in Hufgelenk nach hinten gebrochen wird. Dies bedingt eine Verschiebung des Strahlbeines aus seiner optimalen Lage, was zur erhöhten Anfälligkeit diese Bereichs führt.

Dieser Knick im Bereich des Hufgelenkes ist natürlich auch mehr oder weniger deutlich von außen zu erkennen. Diese Fehlstellung ist unbequem für das Pferd.

Die betroffene Gliedmaße wird gegenüber der korrekt gestellten geschont und entlastet. Häufig ist dies schon beim stehenden Pferd zu erkennen, dass dieser Fuß nach vorne außen gestellt wird, um den Zug der Beugesehne zu minimieren. Durch das Entlasten bleibt/wird dieser Huf kleiner, was nicht nur äußerlich, sondern auch auf Röntgenaufnahmen zu erkennen ist.

Die nichtbetroffene, „normal“ gestellte gegenüberliegende Gliedmaße wird im Gegensatz deutlich stärker und freiwilliger belastet, diese ist meist deutlich flacher und breiter. Es ist daher einfach nachzuvollziehen, weshalb dieser mehr arbeitende und somit überlastete Fuß häufiger erkrankt.

Entstehung:

Über die Ursachen dieses weit verbreiteten Stellungsfehlers, der einseitig oder beidseitig und überwiegend an den Schultergliedmaßen auftritt, kann spekuliert werden. Diese könnte angeboren oder auf irgendeine Art und Weise erworben sein. Im Fohlenalter reicht es bereits aus, wenn das Pferd die Gliedmaße einige Tage schont und so die tiefe Beugesehne nicht den Zug erfährt den sie zum Entwickeln braucht. Knochenwachstum führt also zwangsläufig zum Ungleichverhältnis.

Der Entstehung des Sehnenstelzfußes kann bis zu einem Alter von etwa einem Lebensjahr erfolgreich entgegengewirkt werden. 

Daher ist eine regelmäßige Kontrolle und Bearbeitung sowie die entsprechende sofortige Korrektur beim Fohlenhuf Voraussetzung für ein hufgesundes Leben des Tieres.
Bearbeitung/Behandlung:
Im Fohlenalter (bis etwa 1 Jahr) wird diese Stellung sofort durch das Kürzen der Trachten korrigiert. In schwerwiegenden Fällen stehen auch chirurgische oder technische Hilfsmittel zur Verfügung.

 Hat das Pferd ein gewisses Lebensalter erreicht, würde das plötzliche Kürzen der Trachten den Zug der tiefen Beugesehne drastisch erhöhen. Das Pferd wird diese Maßnahme mit erhöhter Empfindlichkeit quittieren und  durch eine verstärkte Zehenfußung versuchen, den vermehrten Zug der tiefen Beugesehne zu kompensieren – erkennbar an dem erhöhten Zehenabrieb.

Die Versuche, das Pferd in eine flachere Stellung zu zwingen führen zu schwerwiegenden Schäden (Hufrolle, Hufbeinträger im Bereich der Zehe). Teil der wirkungsvollen Behandlung ist, den Sehnenstelzfuß zu tolerieren, was jedoch nicht bedeutet, dass man nichts dagegen tun kann, um die Hufsituation für das Pferd zu verbessern.

Wichtig ist nun, die optimale Stellung (auch durch das Ausloten des Spielraumes) zu ermitteln. Durch die Steuerung des Hornabriebes im Trachtenbereich wird der Huforthopäde die Gliedmaße ins Gleichgewicht bringen. Das Pferd läuft sich so praktisch in die optimale, individuelle Stellung.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Parallelgliedmaße. Diese muss trotz der permanenten Überbelastung in Form und Funktion tragfähig und funktionstüchtig bleiben.

Eine optimale Ausrichtung führt mit der Zeit dazu, dass eine etwas gleichmäßigere Belastungssituation entsteht.